Die erste Probe-Geigenstunde 05.12.13…

…war wirklich ein Erlebnis für mich! Ich konnte den Termin kaum abwarten und war irgendwie den ganzen Tag auch hibbelig und nervös vor lauter Vorfreude! Endlich war ich dabei mir einen lang gehegten Traum zu erfüllen!

Und gleichzeitig natürlich auch Bedenken: Was, wenn es mir doch keinen Spass macht? Was ist, wenn ich mich zu dusselig anstelle? Was ist, wenn die Lehrerin sagen würde, dass ich absolut gar kein Talent dafür hätte? Das schwirrte mir noch zusätzlich im Kopf herum. Verständlich oder? Ich denke, so geht es jedem.

Als ich in der Musikschule ankam, wurde ich auch sehr herzlich und nett begrüsst und mir war meine Lehrerin direkt auf Anhieb sympathisch. Sie ist eine Person, die für die Musik lebt und diese liebt und genau das strahlt sie aus. Kennt ihr solche Leute, die von innen heraus strahlen und du wirklich merkst, dass diese mit all ihren Fasern und ihrem Herzen hinter dem stehen, was sie tun? Ich bewundere solche Leute sehr und ich mag sowas irgendwie. Das gibt mir selbst irgendwie inneren Frieden und eine Gelassenheit…

Wie gesagt, meine Lehrerin hatte mich direkt dann auch etwas beruhigt, allein weil sie so eine innere Ausgeglichenheit ausstrahlte. Und dann kam der Moment, wo ich das erste Mal eine Geige in der Hand bzw. auf der Schulter hatte. Erst mussten wir beide etwas lachen, da es sich um eine 3/4-Geige handelt, die gern für Kinder genommen wird. Ich bin halt nicht die Grösste. 😉

Aber für mich war es ein schöner Moment! So leicht und edel dieses Instrument! Etwas gewöhnungsdürftig diese seitliche Haltung mit dem Kinn auf der Geige, aber interessanterweise fiel es mir nicht so schwer. Als hätte ich nie was anderes getan! Irgendwie vertraut. Und dann ging es an die ersten Zupfübungen. Mit der rechten Hand bzw. mit dem Zeige- und Mittelfinger zupften wir die ersten Leersaiten nach Noten. Ohh….lange ist es her, dass ich Noten lesen konnte! Doch meine Lehrerin versicherte mir, dass dies nicht einfach so verloren ginge und ganz bestimmt nach und nach wieder kommt. Wir zupften auch ein ganz leichtes Stück zusammen und dann begleitete sie mich auch auf dem Klavier. Selbst das klang schon irgendwie putzig und ich musste oder konnte nur noch lächeln. Vom Gitarre spielen her war das Zupfen nun mir nicht allzu unbekannt und die Finger machen noch wie gewohnt mit. Der Sound klang so ähnlich wie Gitarren mit Stahlsaiten. Mit Plastiksaiten klingen Gitarren eher weicher und sind etwas „dumpfer“/leiser im Sound, aber mit Stahlseiten ist es kräftiger und „blecherner“. Aber keinesfalls „kalt“ oder so. Nur kräftiger, volumenvoller und lauter. Ich war da schon gespannt, wie die Geige sich mit Bogenführung anhören würde…

Bettina, meine Geigenlehrerin, lobte mich auch für mein Rhythmusgefühl. Das wäre sehr gut und ob ich mal getanzt hätte. Naja….in jungen Jahren waren es mal Standardtänze und nur bis Abzeichen „Bronze“. Danach hatte ich nie Tanzpartner…Irgendwie wollte meine Tanzkarriere nie so wirklich in Schwung kommen 😉 Aber anscheinend hab ich doch etwas Musik im Blut!

Schnell war die erste halbe Stunde um. Ich war irgendwie seelig und lächelte. Ich fragte sie auch direkt, ob es überhaupt Sinn machen würde und ob sie den Eindruck hätte, dass ich für die Geige geeignet wäre. Sie bejahte dies. Sie könne schon sowas erkennen, allein wie jemand die Geige halten würde und aus ihrer Erfahrung würde sie sagen, dass ich auf jeden Fall eine Geigerin wäre, da ich ja auch ein gutes Musikgefühl hätte. Und da dies ja erstmal Probestunden wären, würde sie mich in der dritten Stunde dann fragen, ob ich weitermachen wollen würde. Aber sie hätte direkt einen guten Eindruck von mir. Mich freuten diese Worte sehr und auf dem Heimweg war ich so überwältigt irgendwie von all den Eindrücken und vor allem von dem Instrument, dass mir ein paar Tränen runterkullerten und ich mich einfach nur sehr wohl und gut fühlte. Das war für mich das Zeichen, dass es das richtige – mein- Instrument ist! Und ich beschloss schon da, weiter zu machen und freute mich direkt auf die zweite Probestunde.

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